Archive for » Mai, 2010 «

A little too ironic…

Nachdem mein Drucker mich das letzte Jahr mit Fehlermeldungen bombardiert hatte, natürlich immer nur  dann, wenn ich grade dringend etwas ausdrucken musste, schien er letztes Wochenende endgültig den Geist aufzugeben.
Ein recht unnachgiebiges, penetrantes rotes Blinken richtete meinen Blick am Sonntag abend auf meine Druckeranzeige. Mein Drucker teilte mir die Nachricht „Zu kalt!- Bitte Raum erwärmen!“ auf seiner Anzeigetafel mit. In meinem Zimmer waren geschätze 21°c.  Ich schaltete ihn etwa 5 mal aus und wieder ein. Nichts geschah, meinem Drucker war immer noch zu kalt. Nach dem 6. mal wieder einschalten sagte mir mein Drucker „Zu warm! Den Drucker bitte an einen kühleren Ort stellen“. Ich zog die Gebrauchsanleitung hervor. Dort fand ich hilfreiche Vorschläge wie „Stellen sie die Heizung an“ oder „Öffnen Sie ein Fenster“. Danke…

Nach diversen Versuchen meinen  Drucker wieder heile zu kriegen, einem Anruf bei meinem Bruder und ein paar Informationen, die ich bei Brother (also jetzt die Druckermenschen von „Brother“ und nicht mein Bruder) eingeholt hatte, wurde mir gegenwärtig, dass dies soviel wie das Todesurteil meines Druckers war. Dienstag, beschloss ich mir einen neuen zu holen. Bevor ich mich auf den Weg machte, versuchte ich noch ein letztes Mal zu drucken. Keine Chance…

Etwa eine Stunde später betrat ich meine Wohnung mit einem neuen Drucker. Und selbstverständlich wäre das Leben nur halb so spannend, wenn jetzt nicht genau das passieren würde, was der Leser dieses Artikels bereits vermutet.
Ich versuchte  noch einmal zu drucken; und oh Wunder- der Drucker druckt wieder…

Ich wurde von meinem Drucker verarscht. Touché!

„Darfst du denn schon wählen?“

Landtagswahl- Ich freu mich jedes Mal wie ein Eichhörnchen wenn Wahlen sind, weil es immer wieder gut tut neben den drei Buchstaben SPD sein Kreuzchen zu setzten und sich so einzubilden man könne mitbestimmen bei dem im Land so abgeht. Außerdem macht es immer wieder Spaß, die BüSo auszulachen für ihre 0,1 % die sie an Stimmen erhalten.
Ich begebe mich also Richtung Hauptschule, wo regelmäßig die Wahlen für meinen Bezirk stattfinden. Ich betrete den Raum und vor mir sitzen drei ältere Herren die so aussehen als hätten sie 1932 bereits schon wählen dürfen. Ich halte meinen weißen Wahlbenachrichtigungszettel und meinen Ausweis in der Hand. Die drei Herren sehen mich an und sagen immer noch nichts. Nur einer von ihnen entgegnet meinem „Guten morgen“. Ich bin etwas irritiert und drücke einem der Herren meinen Ausweis in die Hand (keinen Plan warum ich das gemacht habe; ich glaube es war der leicht braune Schimmer der sie umgab und mir schon beim Betreten des Raums etwas Angst machte).  Der ältere Herr blickt auf die Vorderseite meines Ausweises und sagt „Hier steht gar nicht drauf, wo Sie wohnen“ ich sage ihm „Das steht auf der anderen Seite“ Er dreht den Ausweis um und versucht krampfhaft zu lesen was draufsteht. „Das steht hier auch nicht“ Ich zeigte drauf und sage „Doch, hier oben. Schweriner Straße“ – „Aha“ Er blättert in der seiner Liste, wo alle Wahlberechtigten nach ihren Straßennamen alphabetisch geordnet sind. Nach gespührten 10 Minuten kommt er bei „M“ an und blättert wieder zurück. „Sie stehen hier nicht auf meiner Liste“ – „Doch, Sie müssen nur noch etwas weiter blättern, bis Sie bei „S“ angekommen sind“ – „Aha- Ach ja hier unten stehen Sie. Kim… So jung… Darfst du denn schon wählen, Kim?“ – „Ja, darf ich“ entgegne ich ihm, während ich mir denke „Ja auch wenn ich ich die 1,60m nicht mehr erreicht habe, darf ich trotzdem schon wählen“ Hinter mir schien sich bereits eine 20m lange Schlange gebildet zu haben. Ich frage ihn, ob er vielleicht den weißen Zettel mit den Wahlbenachrichtigung haben möchte. „Das sagst du mir erst jetzt und lässt mich suchen??? Jetzt will ich ihn auch nicht haben“ Während es dem Mann aufgrund seines Alters schon an Sehvermögen zu fehlen schien, schien es den anderen beiden älteren Herren an Gehör zu fehlen. „Herbert, darf das Mädchen wählen?“ „Ja darf sie- so jung und darf schon wählen“ Ich sehe die drei Herren an und hoffe, das mir einer von ihnen meinen Wahlzettel gibt. „So, du darfst jetzt wählen gehen“ sagt einer von ihnen. Niemand gibt mir einen Zettel und die drei Herren sehen mir verdächtig danach aus, als hätten sie einfach alle Zettel hinter die Wahlkabinen gelegt. Also gehe ich in die Wahlkabine, bzw. hinter den Lichtschutz der auf einem Tisch augestellt wurde. Doch da liegt nichts. Ich gucke hervor und fiepe „Ich hab keinen Zettel“ einer der Herren holt einen Karton mit Zetteln unter seinem Tisch hervor, grinst mich an und sagt „Hier“. Ungefähr die hälfte aller Menschen, in der Schlange hinter mir, die inzwischen schon mindestens 40 m lang geworden war, begannen zu schmunzeln und zu kichern.
Ich hätte es nie gedacht, aber natürlichste Sache der Demokratie kann auch ganz schön peinlich sein.

„Also Stichwaffen haben wir eigentlich nicht so gerne im Bus“

Essen-City, 2 Uhr morgens. Zwei Freunde und ich beschließen mit dem Nachtbus nach Hause zu fahren. Am Einstieg stehen bereits zwei kräftig gebaute Typen, die in fett-gedruckt das Wort „Security“ auf ihren Pullover stehen haben, dich abchecken und böse angucken mit einem Blick, der aussagen soll „Ich allein entscheide ob du hier rein darfst oder draßen bleiben musst“. Natürlich ganz zufällig und unvoreingenommen werden in regelmäßigen Abständen ein paar Leute rausgepickt, deren äußere Erscheinung darauf hindeutet, dass ihre Wurzeln nicht ganz aus Europa stammen. Um den Passagieren ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, werden diese Personen von oben bis unten kontrolliert, ob sie nicht vielleicht zufällig etwas Sprengstoff unter ihrer Kleidung mit sich führen. Gleich sind meine Freunde und ich an der Reihe. Allerdings drängt sich ein leicht adipöses Mädchen vor uns und dieses Mädchen trägt ein fettes Schwert mit sich. Also ich kenn mich mit sowas jetzt nicht so gut aus, aber mein Urteilsvermögen schafft es dennoch diesem Ding die Attribute verdammt lang, verdammt spitz, und verdammt scharf zuzuordnen. Sie will in den Bus einsteigen und der Typ von der Security stoppt sie und sagt „Moment junge Dame, was ist das was sie da mit sich führen?“ und sie engegnet ihm „Sehn‘ se doch, was das is“. Mr. Security lässt jetzt mit einer ganz sanften Stimme anmerken „Also Stichwaffen haben wir eigentlich nicht so gerne im Bus“. Sie guckt in böse an und sagt „Ja was soll ich denn machen, irgendwie muss ich das Ding ja wohl wieder nach Hause kriegen“ und er entgegenet ihr „Mhhh ja okay, aber das Ding behalten Sie schön bei sich, dass das klar ist“. Sie steigt ein und ich gucke den Typen leicht verängstigt an und denke mir „Hallooooo? Die Frau hat ein Schwert!!!“ Zusammen mit den anderen Passagieren setzten wir uns in die letzte Reihe, während die Frau mit dem Schwert den ganzen vorderen Teil des Buses für sich alleine hat. Die Typen von der Security haben den Bus inzwischen verlassen. Zu allem Übel musste ich dann auch noch feststellen, dass die Frau mit dem Schwert mit bei mir ausgestiegen ist und meine Nachbarin zu sein scheint.

Für alle Leute, die nachts mit dem Detmolder-Nachtbus nach Hackedahl müssen und sich manchmal eine Security gewünscht haben kann ich nur zitieren: „I think the word „security“ is a little bit too overrated“ 😉